
Als Schüler bemerkte ich bald, dass mein Erfolg in der Schule nichts mit meiner Intelligenz oder irgendwelchen Talenten zu tun hatte, außer mit meiner Fähigkeit, zu erraten, was die Lehrer hören wollten, auch wenn dies für meine eigene Bildung meistens nichts nützte.
Trotz oder vielleicht gerade wegen dieser Erfahrung wollte ich Lehrer werden, um es besser zu machen als meine eigenen Lehrer. Das Universitäts-Studium in den 1970er-Jahren war sehr frei und so konnte ich mich wirklich umfassend bilden und meinen eigenen Weg gehen.
Als Lehrer musste ich dann allerdings bald erfahren, dass meine so schön vorbereiteten Unterrichtsstunden auch nicht mehr zur Bildung meiner Schüler beitrugen. Sie lernten zwar wie in allen anderen Stunden mehr oder weniger brav auswendig, doch am Ende waren sie nicht im mindesten gescheiter oder fähiger wie zuvor.
Ich wollte nun genauer wissen, was meine Schüler dachten und fühlten und begann, sie immer mehr zu fragen und immer weniger im klassischen Sinn zu "unterrichten". Daraus entwickelten wir (die Schüler und ich) gemeinsam eine höchst erfolgreiche Methode, die auf der Wahrnehmung der Schüler beruhte. Denn wenn Schüler irgendetwas Falsches sagen, so ist dies meistens nur falsch für den Lehrer, für die Schüler entspricht das Gesagte nur ihrer momentanen Wahrnehmung. Und nur aus dieser Wahrnehmung heraus können sie etwas annehmen, das sie zu fähigeren und weiseren Menschen macht.
Mein weiterer Weg führte mich dann an die Universität, wo ich meine Methode wissenschaftlich erforschte und verfeinerte. Das positive Urteil meiner wissenschaftlichen Betreuer war mir allerdings weniger wichtig als das meiner Schüler, die mir immer wieder bestätigten, dass meine Unterrichtsprojekte sie für ihr Studium und ihr ganzes Leben lernfähig gemacht haben und dass sie die Inhalte aller anderen Fächer schon längst vergessen haben.
Viele Jahre unterrichtete ich zur Hälfte am Gymnasium und zur anderen Hälfte an der Univrsität, wo ich meine Erfahrungen an Studenten und andere Lehrer weitergab. Außerdem leitete ich mehrere internationale Entwicklungs-Projekte in Österreich, Italien und Deutschland.
Die aktuellen Entwicklungen des öffentlichen Schulsystems, wo versucht wird, mit immer zahlreicheren Vorschriften für Schüler und Lehrer einen Erfolg zu erzwingen, haben mich dazu bewogen, die "Akademie des 21. Jahrhunderts" zu gründen, in der endlich Menschen aller Altersstufen ihre Talente für sich und für die positive Entwicklung unserer Welt entwickeln können.